Test von Werkstattketten: Pit-Stop siegt vor Euromaster und ATU

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Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Verbraucherstudien mbH (DtGV) hat in Kooperation mit dem Fernsehsender N24 wieder Werkstattketten mit mindestens 25 Filialen hinsichtlich ihres Services sowie ihrer Beratungs- und Diagnoseleistung getestet. Unter die Lupe genommen wurden dabei Betriebe von ATU, Auto Plus, Bosch Car Service, Euromaster, First Stop, Pit-Stop, Pneuhage, Pneumobil, point S, Premio, Stop+Go und Vergölst.

Die Leistungen in Sachen Service und Beratung wurden dabei mit der Methodik „Mystery Shopping“ ermittelt: Speziell qualifizierte, verdeckte Tester ließen ihr Fahrzeug demnach zu zwei vorgegebenen Szenarien – Wintercheck, Kontrolle der Bremsen – untersuchen und fĂŒllten im Anschluss jeweils einen Fragebogen aus. Die Bewertungskriterien wurden in drei Haupttestbereiche untergliedert und unterschiedlich gewichtet: Erscheinungsbild (zehn Prozent), Serviceorientierung/Freundlichkeit (30 Prozent), Beratung & Diagnose (60 Prozent). Bei jedem Anbieter wurden der DtGV zufolge je drei Winter- und zwei Bremsenchecks in Auftrag gegeben – sie wurden also insgesamt fĂŒnfmal vor Ort (mit unterschiedlichen Fahrzeugen) aufgesucht und darĂŒber hinaus fĂŒnfmal telefonisch getestet.

„Die zwölf getesteten Autowerkstattketten boten insgesamt ein gutes Erscheinungsbild: Der Eingangs- bzw. Empfangsbereich war grĂ¶ĂŸtenteils frei von Schmutz, nahezu alle Filialen verfĂŒgten ĂŒber einen mal mehr, mal weniger komfortablen Wartebereich“, fassen die Tester das Ergebnis in Sachen Auftritt der Betriebe zusammen, wobei sich die Filialen von Euromaster und Pneumobil diesbezĂŒglich offenbar noch etwas positiver hervorzuheben wussten. Sie haben mit der Note 1,0/sehr gut jedenfalls die Nase vorn in dieser Disziplin, gefolgt von den ebenfalls sehr guten Auto-Plus- und Pneuhage-Filialen mit den Noten 1,2 bzw. 1,4 in dieser Teilwertung sowie Pit-Stop (gut/ 1,5).

Als „weniger schön“ wurde empfunden, dass die Tester nicht immer unmittelbar nach Betreten des Empfangsbereichs wahrgenommen wurden und gelegentlich sich selbst ĂŒberlassen blieben. Auch hinsichtlich der Annahme des Auftrags ausgehend von der vereinbarten Uhrzeit wurden mancherorts Wartezeiten von mehr als fĂŒnf Minuten registriert. „Aber: Sowohl im Vorfeld bei der telefonischen Terminvereinbarung als auch spĂ€ter in den Filialen selbst fiel die Freundlichkeit der Mitarbeiter – ĂŒber alle getesteten WerkstĂ€tten hinweg – durchaus positiv auf“, lobt die DtGV, die in Bezug auf die Serviceorientierung/Freundlichkeit bei alldem jedoch Pit-Stop das beste Zeugnis (Note: 1,3/sehr gut) aller Probanden ausstellt. Auf den weitern PlĂ€tzen folgen hier die fĂŒr gut befundenen Betriebe von Pneuhage (Note: 1,5), Euromaster (1,6), Vergölst und point S (jeweils 1,7).

Bei der BeratungsqualitĂ€t ist das Ergebnis des Tests am ehesten wohl als durchwachsen zu bezeichnen. Bei acht der insgesamt 36 fĂŒr einen Wintercheck angesteuerten Werkstattfilialen erhielten die Tester selbst auf vorherige Nachfrage hin keine telefonische Auskunft darĂŒber, was dabei alles geprĂŒft wird. Und auch vor Ort sollen dann lediglich 16 Mitarbeiter auf den PrĂŒfumfang eingegangen sein. Eine schriftliche AuftragsbestĂ€tigung bekam demnach insgesamt nur etwas mehr als ein Drittel der Testkunden ausgehĂ€ndigt. Sofern im Rahmen des Winterchecks MĂ€ngel festgestellt wurden, nahm sich allerdings der Großteil der Mitarbeiter die Zeit, den Testkunden zu erklĂ€ren, wie die MĂ€ngel beseitigt werden können und welche Kosten dafĂŒr anfallen wĂŒrden.

„Bei Auto plus, Bosch Car Service und point S wurde den Testkunden vereinzelt die Beseitigung von MĂ€ngeln in Rechnung gestellt, ohne dies vorher abzusprechen“, bot trotzdem so mancher Betrieb Anlass zur Kritik. Bei einer Werkstatt des Bosch Car Service sei etwa ohne Zustimmung Motoröl aufgefĂŒllt worden und bei einer point-S-Werkstatt wurden einem Tester ohne RĂŒckfrage zusĂ€tzlich zum Wintercheck ebenfalls Kosten fĂŒr Motoröl und Scheibenreiniger ohne vorherige RĂŒcksprache mit dem Kunden in Rechnung gestellt. In 25 von 36 getesteten Filialen erhielten die Tester der DtGV zufolge einen detaillierten PrĂŒfbericht, um besser nachvollziehen zu können, was geprĂŒft wurde und welche MĂ€ngel bestehen. Gelobt wird außerdem, dass einige WerkstĂ€tten den Wintercheck sogar kostenlos anboten wie unter anderem Euromaster und Pneumobil, wĂ€hrend dies bei First Stop und Pneuhage in zwei der drei getesteten Filialen der Fall war.

Bei der ÜberprĂŒfung der Bremsen – dem zweiten Teil des Beratungstests – wurde ein anderes Testdesign gewĂ€hlt: Hier wurden die Tester vorab mit ihrem Fahrzeug bei einem unabhĂ€ngigen Kfz-Gutachter vorstellig, der die Bremsen zunĂ€chst fachmĂ€nnisch prĂŒfte. Erst im Anschluss suchten die Tester die insgesamt 24 Werkstattfilialen auf, um anschließend deren Befund mit der Gutachterdiagnose vergleichen zu können. „Positiv: Fast alle WerkstĂ€tten fĂŒhrten den Bremsencheck kostenlos durch. Nur zwei Tester mussten bei ATU und Stop+Go ein Entgelt fĂŒr die ÜberprĂŒfung leisten. Diese freudige Überraschung relativierte sich jedoch in vielen FĂ€llen recht schnell, nĂ€mlich immer dann, wenn sich der Bremsencheck lediglich als SichtprĂŒfung entpuppte und bereits nach kurzer Zeit beendet war. Eine exakte Messung der Bremsleistung fĂŒhrte nur etwa ein Drittel der WerkstĂ€tten durch“, so die Tester. Trotz des hohen Anteils reiner SichtprĂŒfungen habe dennoch bei acht der zwölf Autowerkstattketten die gestellte Diagnose mit der des Gutachtens ĂŒbereingestimmt.

Zudem seien keine Reparaturen vorgeschlagen worden, die aus Sicht des unabhĂ€ngigen Gutachters nicht notwendig gewesen wĂ€ren. Optimierungsbedarf wird den WerkstĂ€tten allerdings beim Thema Transparenz bescheinigt: Lediglich sieben WerkstĂ€tten hĂ€tten darĂŒber aufgeklĂ€rt, was im Rahmen des Bremsenchecks genau geprĂŒft wird. „Zumindest informierten fast alle Werkstattmitarbeiter im MĂ€ngelfall, wo die Probleme lagen, wie sich die MĂ€ngel beseitigen ließen und welche Kosten dafĂŒr zu tragen wĂ€ren“, sagt die DtGV, wo man ungeachtet dessen Verbesserungsbedarf im Hinblick in der Durchschaubarkeit der Leistungen durch das Ausstellen von AuftragsbestĂ€tigungen und PrĂŒfprotokollen sieht. Zumal die Tester offenbar bei nur vier WerkstĂ€tten eine BestĂ€tigung fĂŒr den Auftrag und einen PrĂŒfbericht ausgehĂ€ndigt bekamen. Die in Summe beste Beratungsleistung im Test hat demnach ATU abgeliefert, weshalb die Werkstattkette mit der Note 1,7 (gut) diese Teildisziplin fĂŒr sich entscheiden kann dicht gefolgt von Auto Plus mit der gleichen Benotung sowie Stop+Go und Pit-Stop (jeweils 1,8/gut) und Euromaster (1,9/gut) auf Platz fĂŒnf.

In der Gesamtwertung hat letztlich allerdings Pit-Stop die Nase vorn, weil die gestesteten die Filialen – so die DtGV – die gesetzten Kriterien insgesamt am besten erfĂŒllten. „Wir arbeiten sehr intensiv an der permanenten Verbesserung unserer ServicequalitĂ€t“, freut sich Pit-Stop-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Stefan Kulas ĂŒber dieses Ergebnis. „Die Zufriedenheit jedes einzelnen Kunden ist fĂŒr uns das erste Ziel. Insofern freut es uns besonders, wenn die Ergebnisse unserer Anstrengungen durch die Ergebnisse einer solchen vergleichenden Studie nun sichtbar werden“, ergĂ€nzt er. Hinter dem Testsieger mit der Gesamtnote 1,6 (gut) kommen Euromaster (1,7/gut) und ATU (1,8/gut) ins Ziel vor den ebenfalls fĂŒr gut befundenen Betrieben von Auto Plus (Note: 1,8), Stop+Go (1,9), Pneuhage (2,2), Bosch Car Service (2,3) und Premio (2,5). Befriedigend gestestet wurden die WerkstĂ€tten von Pneumobil und Vergölst (Note jeweils 3,1), point S (3,2) sowie First Stop (3,4). cm

1 Antwort
  1. JĂŒrgen Smolinski says:

    Wenn alles immer so einfach wĂ€re. Jeder nutzt sein Auto anders, natĂŒrlich gibt es Checklisten fĂŒr alles, ich habe immer alles mit dem Kunden besprochen, was muss was sollte gemacht werden. Ich bin seit 30 Jahren KFZ Meister im Service, habe schon Bestnoten in Tests erhalten. Es muss immer das Beste fĂŒr den Kunden getan werden. Und das ist eigentlich sehr einfach.

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