„Zu klein für einen europäischen Konsolidierer“ – NRZ-Interview mit Alex Reiff zum Reiff-Verkauf

Donnerstag, 30. November 2017 | 0 Kommentare
 
Für Alec Reiff, Geschäftsführender Gesellschafter der Reiff Reifen und Autotechnik GmbH, sei der jetzt stattfindende Verkauf an ein „herstellerunabhängiges Unternehmen“ auf strategische Hintergründe zurückzuführen; Reiff sei der Überzeugung, „dass das Unternehmen und seine Mitarbeiter bei dem Käufer sehr gute Zukunftsperspektiven haben“
Für Alec Reiff, Geschäftsführender Gesellschafter der Reiff Reifen und Autotechnik GmbH, sei der jetzt stattfindende Verkauf an ein „herstellerunabhängiges Unternehmen“ auf strategische Hintergründe zurückzuführen; Reiff sei der Überzeugung, „dass das Unternehmen und seine Mitarbeiter bei dem Käufer sehr gute Zukunftsperspektiven haben“
Die deutsche Reiff-Gruppe verkauft ihren Geschäftsbereich Reifen und Autotechnik, der für rund 70 Prozent der Gesamtumsätze steht, und konzentriert sich zukünftig auf die Bereiche Technischer Handel und Elastomertechnik. Bis Ende September soll der Verkauf an die in London ansässige und zum US-Investmentfonds Bain Capital Private Equity gehörende European Tyres Distribution abgeschlossen sein, deren Akquisitionspläne die Schaffung eines „europäischen Marktführers im Reifenhandel“ vorsehen. Im NRZ-Interview erläutert Alec Reiff, Geschäftsführender Gesellschafter der Reiff Reifen und Autotechnik GmbH, die Hintergründe des Verkaufs. Man sei „zu groß für einen Nischenplayer und zu klein für einen europäischen Konsolidierer“, so Reiff. Vor dem Hintergrund der „unausweichlichen Konsolidierung des nationalen und internationalen Reifenersatzmarktes“ habe der jetzt stattfindende Verkauf an ein „herstellerunabhängiges Unternehmen“ strategische Hintergründe. Reiff sei der Überzeugung, „dass das Unternehmen und seine Mitarbeiter bei dem Käufer sehr gute Zukunftsperspektiven haben“. NEUE REIFENZEITUNG: Glauben Sie bei Reiff nicht mehr an die Zukunftsfähigkeit des Reifenhandels? Alec Reiff: Wir glauben nach wie vor an die Zukunftsfähigkeit des Reifenhandels, allerdings nicht in der Form, wie wir ihn heute erleben. Grundsätzlich glauben wir an einen freien, herstellerunabhängigen Reifenhandel; wenn man sich die Übernahmen oder Beteiligungsaktivitäten der Industrie – in Einzel-, Großhandel oder Hybriden – der vergangenen Jahre ansieht, so sind hier Fakten geschaffen worden, die man nicht ignorieren darf. Betrachtet man die Großhandelslandschaft, so ist der Markt heute längst nicht mehr lokal-regional oder national; er ist – getrieben durch die Transparenz der Digitalisierung – paneuropäisch geworden. Gleichzeitig treffen wir in Deutschland auf stark fragmentierte Marktstrukturen mit vielen Marktteilnehmern, deren Geschäftsstrategie nicht immer als professionell oder gar langfristig angesehen werden kann. Lebensverlängerndes Cash-Flow-Geschäft führt auf digitalen Märkten unweigerlich zu zerstörerischen Margen für alle Marktteilnehmer. Diese Gemengelage macht unseres Erachtens eine Konsolidierung des nationalen und internationalen Reifenersatzmarktes unausweichlich. Im Einzelhandel ist die Ausgangslage etwas anders: Die Dominanz der kontrollierten Distribution ist erheblich – egal, ob im Eigentum befindlich, via Franchise- oder anderen Beteiligungsstrukturen. Gleichzeitig ist der Grad der Professionalisierung der Marktteilnehmer sehr heterogen. Auch hier sind wir davon überzeugt, dass mittelfristig nur die wirklich professionellen Marktteilnehmer überleben werden. Entgegen dem Großhandelsmarkt hat der stationäre Einzelhandel aber durchaus seine lokale bzw. regionale Legitimation.

button_nrz-schriftzug_12px-jpg Dieser Beitrag ist in der August-Ausgabe der NEUE REIFENZEITUNG erschienen, die Abonnenten hier auch als E-Paper lesen können. Sie sind noch kein NRZ-Abonnent? Das können Sie hier ändern.

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Kategorie: Markt, Werkstatt

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