Vor IAA Nfz: „Wir gehen mit großer Zuversicht nach Hannover“

Dienstag, 20. September 2016 | 0 Kommentare
 
Schwerpunktthemen der diesjährigen IAA Nutzfahrzeuge, die morgen in Hannover mit dem ersten Pressetag und am Donnerstag mit dem Presse- und Eröffnungstag beginnt, sind Digitalisierung, Vernetzung und automatisiertes Fahren sowie alternative Antriebe
Schwerpunktthemen der diesjährigen IAA Nutzfahrzeuge, die morgen in Hannover mit dem ersten Pressetag und am Donnerstag mit dem Presse- und Eröffnungstag beginnt, sind Digitalisierung, Vernetzung und automatisiertes Fahren sowie alternative Antriebe

Die weltweit wichtigste Leitmesse für Transport, Logistik und Mobilität – die 66. IAA Nutzfahrzeuge – öffnet diesen Donnerstag in Hannover ihre Tore für die Besucher; bereits morgen ist Pressetag. 2.013 Aussteller aus 52 Ländern zeigen bis zum 29. September ihre Neuheiten. Die IAA-Besucher erwarten 332 Weltpremieren und 101 Europapremieren. Die IAA ist praktisch ausgebucht: Die belegte Fläche von 270.000 Quadratmetern ist eines der besten Ergebnisse, seit es eine eigenständige IAA Nutzfahrzeuge gibt (1992).

Die IAA wird vom Verband der Automobilindustrie (VDA) veranstaltet. VDA-Präsident Matthias Wissmann betonte kurz vor dem Auftakt der Messe: „Wir gehen mit großer Zuversicht nach Hannover. Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche IAA sind gegeben. Diese weltweit wichtigste Leitmesse wird in besonderem Maße geprägt von den Zukunftsthemen Digitalisierung, Vernetzung und automatisiertem Fahren sowie den alternativen Antrieben. Sie zeigt im wahrsten Sinn des Wortes: ‚Ideen sind unser Antrieb‘.“

Die Nutzfahrzeugbranche sehe sich längst als Mobilitäts- und Logistikdienstleister: „Mit der Digitalisierung und alternativen Antrieben bietet sich die große Chance, den künftig weiter steigenden Güterverkehr weltweit noch effizienter und klimafreundlicher zu gestalten“, unterstrich Wissmann.

Ihrem internationalen Anspruch wird diese IAA ebenfalls voll gerecht: Der Anteil der ausländischen Aussteller beträgt 61 Prozent. Zu den Top fünf aus dem Ausland zählen China (229), Italien (145), die Niederlande (121), Türkei (92) und Frankreich (85). Gut jeder dritte Aussteller kommt aus Europa (ohne Deutschland), jeder fünfte kommt aus Asien. „Die gesamte internationale Wertschöpfungskette des Nutzfahrzeuges ist auf der IAA vertreten: Hersteller von schweren Lkws, Transportern und Bussen, von Anhängern und Aufbauten sowie die vielen Zulieferunternehmen und Anbieter von Dienstleistungen, wie z. B. Telematik“, heißt es dazu in einer VDA-Mitteilung.

Bis heute haben sich bereits rund 1.700 Journalisten aus 57 Ländern zur IAA akkreditiert. Fast jeder zweite Journalist kommt aus dem Ausland. Morgen (Pressetag) und am Donnerstag (Presse- und Eröffnungstag) finden insgesamt über 100 Pressekonferenzen statt, davon über 70 allein am ersten Pressetag.

Wissmann: „Mit dem Motto der diesjährigen IAA ‚Ideen sind unser Antrieb‘ (‚Driven by Ideas‘) betont die Industrie die Megatrends, zu denen die Nutzfahrzeugbranche Lösungen präsentiert: Das ist vor allem das vernetzte und automatisierte Fahren, wir sprechen hier von der ‚digitalen Transformation‘ der gesamten Branche. Das sind die alternativen Antriebe, die immer mehr im Nutzfahrzeug und bei Bussen Einzug halten. Elektro- und Hybridantrieb sowie Erdgas sind hier die Stichworte. Und das ist die ‚Urban Logistics‘, die Transport und Logistik in den Städten noch effizienter und umweltfreundlicher macht.“

Um diese Themen noch stärker zu akzentuieren, wurden sie für die IAA Nutzfahrzeuge erstmals als „New Mobility World Logistics“ kenntlich gemacht. Ziel dieser neuen Initiative ist es, die Zukunftsentwürfe, neuen Logistikkonzepte, Angebote und Services der Aussteller noch deutlicher abzubilden, dem Besucher schneller kenntlich zu machen sowie neue Unternehmen und Besuchergruppen anzusprechen. Die „New Mobility World Logistics“ ist auch ein Multiplikator für zukünftige Logistik- und Transportthemen. „Wir schaffen damit einen neuen Rahmen für den Dialog zwischen allen Beteiligten. Diese Innovationstrends sind nicht mehr nur bei einzelnen Anbietern zu sehen. Auf dieser IAA zeigt die Branche insgesamt ihre Bewegung, ihr Engagement bei diesen Innovationsfeldern“, sagte Wissmann.

Auf der gesamten IAA ist das dieses Jahr zu erleben: Auf den Ständen der Aussteller und auf zahlreichen Kongressen; auf der „New Mobility World Live“ im Freigelände werden den IAA-Besuchern dynamische und interaktive Fahrvorführungen geboten. Im Rahmen von geführten Touren stellen Aussteller zudem Innovationen in exklusiven Führungen den teilnehmenden Fachbesuchern vor. Hinzu kommen Elektroprobefahrten auf dem Messegelände mit rund 20 Fahrzeugen. Darüber hinaus stehen den Besuchern über 40 leichte und schwere Nutzfahrzeuge für Probefahrten im öffentlichen Straßenverkehr zur Verfügung.

„Die Digitalisierung wird von den Herstellern vorangetrieben. Aber auch hier geht ohne Zulieferer nichts, auch sie sind hier mit großem Engagement unterwegs. Das Ziel ist klar: Die Vernetzung macht den Transport noch effizienter und sicherer. Wenn künftig digital vernetzte schwere Lkws auf der Autobahn automatisch im Konvoi hintereinander fahren – wir nennen das ‚Platooning’ –, dann senkt das den Verbrauch und steigert gleichzeitig die Verkehrssicherheit“, betonte Wissmann.

Elektro- und Hybridantriebe sind nicht nur bei Transportern oder Bussen im Einsatz, sondern werden auch beim schweren Lkw dafür sorgen, dass Verbrauch und CO2-Emission weiter sinken. Auch alternative Kraftstoffe wie der Erdgasantrieb bieten für Trucks das Potenzial, CO2 zu verringern. „Die Vernetzung und die Elektromobilität sorgen dafür, dass künftig die urbane Logistik – also die ‚letzte Meile‘ – noch schneller und emissionsfrei erfolgen kann“, sagte Wissmann.

Der VDA-Präsident unterstrich: „Diese IAA zeigt: Auf der Antriebsseite werden wir künftig einen breiten Mix erleben. Im Fernverkehr, also beim schweren Lkw, behält der Diesel weiterhin seine tragende Rolle. Mit seiner modernsten Abgasnachbehandlungstechnologie ist er nicht nur effizient und sparsam, sondern auch sauber. Heutige Lkws und Busse mit Euro 6 haben, im Test und auf der Straße, nur noch sehr geringe Schadstoffemissionen. Deren Reduzierung ist bei Nutzfahrzeugen erfolgreich abgeschlossen.“

In der urbanen Logistik gehe der Trend allerdings ganz klar zu den alternativen Antrieben: „Hybrid- und Elektrofahrzeuge werden immer wichtiger. Das gilt für Transporter und Busse – und bald auch für schwere Lkws im Verteilerverkehr“, sagte Wissmann.

Die IAA ist zudem ein großer Kongress mit 27 Fachveranstaltungen zu allen relevanten Themen. Dazu gehören ‚Klassiker’ wie der Gefahrguttag oder die Ladungssicherung ebenso wie zahlreiche Veranstaltungen zur Digitalisierung, Vernetzung – darunter das Start-up-Forum „Lab16“ – und zur urbanen Logistik. Auch der Ausbildung in Transport und Logistik sind mehrere Veranstaltungen gewidmet.

Der westeuropäische Nutzfahrzeugmarkt gibt der IAA Rückenwind: Nachdem bereits im Vorjahr die Neuzulassungen von schweren Lkws um 14 Prozent stiegen, legte der Markt in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres noch einmal um zwölf Prozent zu. Für das Gesamtjahr wird ein Wachstum von acht Prozent auf 280.000 Einheiten erwartet. Auch China wächst, während der USA-Markt nach sechs Wachstumsjahren eine Pause einlegt. Die Märkte Russland und Brasilien sind weiter schwach. Insgesamt wird der weltweite Nutzfahrzeugmarkt für Fahrzeuge über sechs Tonnen in diesem Jahr um drei Prozent auf 2,8 Millionen Einheiten zulegen. ab

 

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Kategorie: Markt, Produkte

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