Praxistest: Flotten sparen bis zu 7 Prozent Sprit mit „grünen Reifen“

Montag, 20. April 2015 | 0 Kommentare
 
Von li. nach rechts: Norbert Graefrath (Vorstandsmitglied von RheinEnergie), Rainier van Roessel (Vorstandsmitglied der Lanxess AG), Barbara Möhlendick (Klimaschutzkoordinatorin der Stadt Köln) und Jürgen Brauckmann (Bereichsvorstand Mobilität des TÜV Rheinland) stellten die Ergebnisse des gemeinsamen Reifenpraxistests vor
Von li. nach rechts: Norbert Graefrath (Vorstandsmitglied von RheinEnergie), Rainier van Roessel (Vorstandsmitglied der Lanxess AG), Barbara Möhlendick (Klimaschutzkoordinatorin der Stadt Köln) und Jürgen Brauckmann (Bereichsvorstand Mobilität des TÜV Rheinland) stellten die Ergebnisse des gemeinsamen Reifenpraxistests vor

„Grüne Reifen“ senken im Stadtverkehr den Treibstoffverbrauch von Fahrzeugen um bis zu sieben Prozent (im Durchschnitt um 4,1 Prozent) und können Flottenbetreiber jährlich Tausende Euro an Kosten sparen. Zudem verringern diese Hochleistungsreifen – die gemäß EU-Reifenlabel bezüglich ihrer Kraftstoffeffizienz mit der Note „C“ oder besser bewertet sind – die CO2-Emission von Fahrzeugen deutlich im Vergleich zu Standardreifen. Das sind die Ergebnisse eines gemeinsamen Reifenpraxistests, den Lanxess, Hersteller von synthetischen Hochleistungskautschuken für die Reifenindustrie, zusammen mit dem Energieversorger RheinEnergie durchgeführt hat.

„Wir haben mit diesem Langzeittest nun auch in der Praxis nachgewiesen, dass Hochleistungsreifen große Einsparpotenziale für Flottenbetreiber, aber auch für Privatpersonen bieten“, sagt Rainier van Roessel, Vorstandsmitglied der Lanxess AG. „‚Grüne Reifen‘ senken nicht nur die Kosten, sondern leisten vor allem einen wichtigen Beitrag zur Schonung der Umwelt.“ Wären beispielsweise alle 442.013 mit Diesel- oder Benzinmotor registrierten Pkw in Köln mit „grünen Reifen“ der Rollwiderstandsklasse B anstatt F unterwegs, könnten jährlich bei einer durchschnittlichen Fahrleistung von rund 14.000 Kilometern rund 19,8 Millionen Liter Kraftstoff und fast 48.000 Tonnen an CO2 vermieden werden. Allein durch den Einsatz von „grünen Reifen“ könnten so die CO2-Emissionen von mehr als 18.000 Autos auf Kölns Straßen kompensiert werden.

Wie sehr sich der Wechsel auf „grüne Reifen“ für Flottenbetreiber buchstäblich auszahlen kann, zeigt ein weiteres Rechenbeispiel: Fährt eine Flotte mit insgesamt 650 Autos oder Kleintransportern von bis zu 3,5 Tonnen bislang auf Reifen, die auf dem EU-Label beim Rollwiderstand mit F bewertet werden, so könnte das Unternehmen allein durch den Wechsel auf B-Fabrikate jährlich knapp 44.500 Euro an Treibstoffkosten sparen – bei einer angenommenen Fahrstrecke von gut 14.000 Kilometern pro Fahrzeug und einem Dieselpreis von 1,35 Euro pro Liter. Die CO2-Einsparungen beliefen sich auf fast 87 Tonnen pro Jahr.

RheinEnergie setzt auf „grüne Reifen“

Die RheinEnergie hat deshalb beschlossen, ihre Fahrzeugflotte sukzessive auf „grüne Reifen“ umzustellen. Zunächst sollen im Rahmen des üblichen Verschleißwechsels rund 130 Fahrzeuge umgerüstet werden. Weitere sollen folgen, sobald „grüne Reifen“ auch in anderen Größen verfügbar sind.

„Als Energiedienstleister und -versorger nehmen wir unsere Verantwortung für die Umwelt sehr ernst“, sagt RheinEnergie-Vorstand Norbert Graefrath. „Darum freuen wir uns, auf derart sinnvolle und letztlich bequeme Weise einen Beitrag zum Umweltschutz leisten zu können.“ Immerhin ließen sich schon mit der Umrüstung der ersten 130 Fahrzeuge jährlich gut elf Tonnen CO2 einsparen.

TÜV Rheinland bestätigt Testergebnisse

Der TÜV Rheinland hat als unabhängige Instanz den Reifenpraxistest von Lanxess und RheinEnergie begleitet, geprüft sowie sämtliche Ergebnisse dokumentiert: „Der von TÜV Rheinland begleitete Langzeittest bestätigt, dass es wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll ist, auch im Stadtverkehr eingesetzte, kleine Nutzfahrzeuge mit ‚grünen Reifen‘ zu betreiben“, erläutert Jürgen Brauckmann, Bereichsvorstand Mobilität des TÜV Rheinland, die Testergebnisse.

Pilotprojekt im Rahmen von SmartCity Cologne

Der gemeinsame Reifenpraxistest von Lanxess und RheinEnergie ist Teil des Projektes SmartCity Cologne, das RheinEnergie und die Stadt Köln im Jahr 2012 gestartet haben.

„Mit der ‚SmartCity‘-Strategie möchte Köln den Beweis antreten, dass eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung und Ziele des Umweltschutzes sich nicht gegenseitig ausschließen“, erklärt Barbara Möhlendick, Klimaschutzkoordinatorin der Stadt Köln. „Ich bin vielmehr davon überzeugt, dass neue moderne Technologien ganz innovative Lösungsansätze bieten, um drängende Probleme im Bereich des Klima- und Umweltschutzes, aber auch im Bereich der Stadtplanung, lösen zu können. Der Erfolg des durchgeführten Reifenpraxistests ist ein gelungenes Beispiel dafür.“

SmartCity Cologne ist eine Plattform für unterschiedliche Projekte zum Klimaschutz und zur Energiewende. Mitmachen kann jeder: Privatleute, Unternehmen, Verbände und Initiativen. Gemeinsam werden intelligente Ideen und zukunftweisende Technologien entwickelt, die Köln noch lebenswerter machen. Mit SmartCity, der „intelligenten“ Stadt, reagieren die Akteure auf die Herausforderungen des Klimawandels. Im Rahmen des Projekts werden Techniken und Dienstleistungen erprobt, die umweltbewusstes urbanes Leben künftig prägen werden.

Reifenpraxistest von Lanxess und RheinEnergie im Detail

Ein halbes Jahr lang wurde unter realen Bedingungen der Kraftstoffverbrauch von sechs baugleichen Einsatzfahrzeugen der RheinEnergie sowohl mit „grünen Reifen“ als auch mit Standardreifen miteinander verglichen und so das Einsparpotenzial ermittelt. Die Fahrzeuge mit einem Gewicht von rund zwei Tonnen hatten in der Testzeit vergleichbare Einsatzbereiche in der Stadt Köln und Umgebung. Fahrer, Ladegewicht und Tankvorgänge waren bei den Fahrzeugen identisch. Über die gesamte Testdauer legten alle sechs Fahrzeuge zusammen eine Distanz von rund 37.000 Kilometern zurück.

Um ein valides Ergebnis zu erzielen, erfolgte der halbjährige Test in zwei Phasen: In den ersten drei Monaten sind die drei Fahrzeuge der Gruppe 1 auf „grünen Reifen“ (Rollwiderstandsklasse B gemäß EU-Reifenlabel) unterwegs gewesen, die anderen drei der Gruppe 2 auf Standardreifen (Rollwiderstandsklasse F gemäß EU-Reifenlabel). In der zweiten Phase wurden die Reifen zwischen den Gruppen getauscht. Das Resultat: eine maximale Kraftstoffeinsparung von 6,96 Prozent sowie eine geringere CO2-Emission von bis zu 155 Kilogramm auf 10.000 Kilometern.

Lanxess-Rechner helfen beim Spritsparen

Der Spezialchemiekonzern bietet mit dem „Lanxess Fahrzeugflotten-Rechner“ ein speziell konzipiertes Kalkulationsprogramm für Fuhrparks an, das den Betreibern hilft, den Treibstoffverbrauch ihrer Fahrzeuge effizient zu senken und die Betriebskosten zu reduzieren. Fuhrparkbetreiber können damit nicht nur individuell ausrechnen, wie viel Treibstoff sie durch das Umrüsten ihrer Fahrzeuge auf ‚grüne Reifen‘ dauerhaft sparen können. Das Programm zeigt auch, ab wann sich eine solche Investition rechnet und um wie viel CO2 sich der Ausstoß ihrer Flotte verringert. Lanxess hat den Flottenrechner in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München entwickelt. Das vollständige Programm gibt es im Internet nach kurzer Registrierung kostenlos unter http://flotte.green-mobility.de. dv

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Kategorie: Produkte

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