Räder-Sell-in-Panel: Marktentwicklung mit einigen Fragezeichen

Donnerstag, 23. Oktober 2014 | 0 Kommentare
 

Der Markt für Aluminiumräder in Deutschland hat im 1. Halbjahr 2014 eine positive Absatzentwicklung erfahren; für das Gesamtjahr wird mit einem Marktvolumen von knapp 4,4 Millionen Stück gerechnet. Zu diesen Ergebnissen kommt das aktuelle Räder-Sell-in-Panel, das die Unternehmensberatung BBE Automotive (Köln) im Auftrag des beim Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV, Bonn) angesiedelten Arbeitskreises Felgenhersteller realisiert.

Die Erhebung der Abverkaufsdaten erfolgt zweimal jährlich und bezieht sich ausschließlich auf den Pkw-Aftermarket. Ausgeschlossen sind Verkäufe an Fahrzeughersteller und Fahrzeugimporteure. Die Mitglieder des Arbeitskreises – Vertreter namhafter Räderanbieter in Deutschland – melden ihre Sell-in-Volumina und schätzen unabhängig voneinander die übrige Nachfrage.

Nach einem Minus im Jahr 2012 hatte sich das Ersatzmarktgeschäft für Räder in Deutschland in 2013 insgesamt weiterhin rückläufig entwickelt, wobei der Rückgang bei Stahlrädern mit einem Minus von rund 9,7 Prozent deutlich größer war als bei Alurädern (-1,4 Prozent).

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres konnten sich insbesondere die Panelteilnehmer über eine Trendumkehr im Segment Alu freuen: Sie haben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum die verkaufte Stückzahl im Schnitt um 6,5 Prozent erhöht. Im Segment Stahlräder hingegen hielt die Negativentwicklung an: Laut Panel wurden hier im 1. Halbjahr gut zehn Prozent weniger verkauft als im Vergleichszeitraum 2013.

„Trotz schwieriger Marktlage hat sich die Stimmung leicht gebessert“, resümiert Peter Hülzer, geschäftsführender Vorsitzender des BRV. „Das Kfz-Zulassungsplus in 2014 sollte dem Markt für Alufelgen etwas Schwung geben. Nach wie vor gibt es Firmenkonjunkturen und die Erwartungen für das Gesamtjahr liegen mindestens auf Vorjahresniveau.“

Ein Moment der Unsicherheit für die Einschätzung der Marktentwicklung sind nach wie vor die Auswirkungen der am 1. November einsetzenden Pflicht zu Reifendruckkontrollsystemen (RDKS/TPMS) für alle neu zugelassenen Pkw und Geländewagen auf den Felgenersatzmarkt. Hier stellen sich z. B. Fragen wie die, ob die RDKS-Pflicht die Nachfrage eher dämpfen oder ob sie vom Verbraucher als neuer Kostenfaktor angenommen wird. Die Panelteilnehmer erwarten die Umsetzung des Themas RDKS im Wintergeschäft jedenfalls mit Spannung, sind aber eher skeptisch, was die daraus resultierenden Marktchancen angeht. Die deutliche Mehrheit rechnet damit, dass vor dem Reifenfachhandel in erster Linie die Autohäuser von RDKS profitieren werden; nur knapp die Hälfte meint, dass RDKS die Marktchancen für Kompletträder steigern wird. Dagegen befürchten die Panelteilnehmer momentan überwiegend, dass aufgrund der mit RDKS verbundenen Mehrkosten die Ausgabebereitschaft der Kunden für Felgen und Reifen sinkt. dv

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Kategorie: Markt

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