550 Betriebsräte tagen nächste Woche in Hannover

Mittwoch, 7. Dezember 2005 | 0 Kommentare
 
Keinen "Wennemer Kapitalismus" mehr. Der Konzernchef steht unter massivem Druck der öffentlichen Meinung
Keinen "Wennemer Kapitalismus" mehr. Der Konzernchef steht unter massivem Druck der öffentlichen Meinung

Alle circa 550 Betriebsräte aus den deutschen Conti-Produktionsstätten tagen am 13. und 14. Dezember in Hannover, um Mittel und Wege zu finden, dem Vorstand des Unternehmens eine weitere Verlagerung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer massiv zu erschweren.

Dem gestern von der Geschäftsleitung erneuerten Angebot zur Führung "eines ernsthaften Dialogs" schenken Arbeitnehmervertreter kein Vertrauen. Der Betriebsrat habe seine Bedenken und seine Position vor einiger Zeit in einer Sitzung dem gesamten Vorstand deutlich gemacht und den Eindruck gewonnen, auch bei wenigstens einigen Vorstandsmitgliedern gut verstanden worden zu sein. Dass der Vorstandsvorsitzende dennoch am gleichen Tag seinen Beschluss "einstimmig" durchsetzen konnte, sei bemerkenswert und enttäuschend gewesen.

Die Mobilisierung der Belegschaft sowie der gesamten Gesellschaft sei zwingend erforderlich. Man müsse sich jetzt zur Wehr setzen, wenn die Arbeitsplätze allesamt in Rumänien angekommen wären, sei es zu spät. Am Vormittag haben sich Vertreter aller Parteien im Landtag in Hannover gegen den "Wennemer Kapitalismus" gewendet und verlangt, dass der Konzern die Schließung der Pkw-Reifenfabrik revidiert.

Es könne nicht hingenommen werden, dass ein Konzernchef den Mitarbeitern jeden Mut und jede Zuversicht nimmt, obwohl am Standort in Hannover sehr gut verdient werde. Wie das Wirtschaftsmagazin "Capital" berichtet, hat die Produktionsstätte im letzten Jahr einen EBIT von 40 Millionen Euro erwirtschaftet, eine Zahl, die das Management bis jetzt nicht bestritten hat. .

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Kategorie: Allgemein

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