Distributionskanäle in dauerndem Wandel

Freitag, 16. September 2005 | 0 Kommentare
 
Keine Zuordnung zu einem bestimmten Absatzkanal erkennbar (es handelt sich um einen HMI-Betrieb)
Keine Zuordnung zu einem bestimmten Absatzkanal erkennbar (es handelt sich um einen HMI-Betrieb)

Den Ausdruck „Controlled Distribution“ würde er am liebsten wieder „einatmen“, so ein Gesprächspartner der NEUEN REIFENZEITUNG zum Thema Vertriebskanäle für Reifen. Weil damit gemeint ist, dass die Reifenhersteller ihren Absatz sehr gezielt steuern können, was naturgemäß am einfachsten über Betriebe geschieht, die dem Unternehmen auch direkt gehören: so Euromaster-Betriebe der Firma Michelin, Vergölst-Filialen der Firma Continental oder die ehemaligen A3-Betriebe, die jetzt wie die in Partnerschaft verbundenen freien Reifenhändler First Stop heißen und eine hundertprozentige Bridgestone-Tochter sind bzw. die von der Goodyear-Dunlop Handelssysteme (GDHS) noch im Eigenbesitz gehaltenen Filialen.

Während „Handelsmann“ Goran Zubanovic, der GDHS führt, „Controlled Distribution“ als Formulierung ablehnt, weil da einer kontrolliert und ein anderer kontrolliert wird – also von gleicher Augenhöhe keine Rede sein kann –, hat „Industriemann“ Günter Unterhauser, Chef von Bridgestone Deutschland, damit weniger Probleme. Dabei: Zubanovic führt einerseits mit „Goodyear Dunlop“ die Reifenindustrie im Firmennamen, und Unterhauser wird nicht müde, die von ihm unter das Bridgestone-Dach geholten freien Reifenfachhändler „Partner“ zu nennen. Doch vermutlich ist dieser Disput um die Begrifflichkeit eher akademischer Natur, denn in einem Punkt sind sich beide einig: Sie erwarten, dass sich in den nächsten Jahren der direkte Einfluss der großen Reifenhersteller auf die Handelslandschaft ausdehnen wird.

Kategorie: Allgemein

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