Paketversender – das Regulativ im abhängigen Reifenmarkt

Freitag, 29. September 2017 | 0 Kommentare
 
Wettbewerbsfähigkeit im Reifengroßhandel wird heute ganz zentral auch darüber definiert, wer gerade in den Saisonspitzen zeitnah liefern kann; die Integration in die logistischen Prozesse der Systemlogistiker, mit denen man zusammenarbeitet, ist dabei ein teures, wenn auch überaus zielführendes Handwerk
Wettbewerbsfähigkeit im Reifengroßhandel wird heute ganz zentral auch darüber definiert, wer gerade in den Saisonspitzen zeitnah liefern kann; die Integration in die logistischen Prozesse der Systemlogistiker, mit denen man zusammenarbeitet, ist dabei ein teures, wenn auch überaus zielführendes Handwerk

Das Geschäft von Wiederverkäufern in Deutschland hängt ganz maßgeblich an dem der beiden relevanten Paketversender. Quasi eine ganze Branche hat ihr Geschäftsmodell im Laufe von Jahren darauf ausgerichtet, dass die Logistik reibungslos und vor allem kostengünstig funktioniert – erbracht von Dritten. Nun erhöhen die wichtigsten Dienstleister der Reifenbranche ihre Versandgebühren, und zwar mitunter beträchtlich, und lassen damit die hohe Abhängigkeit großer und kleiner Großhändler, aber auch die des gesamten Marktes mit seiner Vorliebe für satzweise und bedarfsabhängige Reifenbestellungen zutage treten. Während gerade die kleineren Marktteilnehmer zunehmend um ihre Zukunft bangen, hoffen die großen und ausschließlich auf das Großhandelsgeschäft und die dahinter stehenden logistischen Dienstleistungen sich konzentrierenden Unternehmen auf die sich ankündigenden Veränderungen: eine Marktkonsolidierung, die am Ende allen zu Gute kommen soll. Die NEUE REIFENZEITUNG stieß im Reifenmarkt bei ihren Recherchen zu diesem Thema mitunter auf eine Stimmung der Angst. Die Befürchtung: Wer die Paketversender öffentlich kritisiert, bekommt die Wechselbrücken im jetzt beginnenden Umrüstgeschäft gestrichen und ist damit raus aus dem Markt.

Es ist ein bisschen wie die Frage, was zuerst da war: die Henne oder das Ei. Haben die großen Logistikkonzerne DPD und GLS – andere spielen für den Versand von Reifen in Deutschland keine nennenswerte Rolle, jedenfalls nicht im B2B-Geschäft – mit ihren zugegeben überaus günstigen Versandkosten von weit unter zehn Euro für ein Reifenpaket, das bis zu 31,5 (DPD) bzw. 40 Kilogramm (GLS) schwer sein darf, nun den deutschen Reifenmarkt mit seinen Plattformen, dem hierzulande vorherrschenden, also vielfach kaum noch vorhandenen, Vororderverhalten und der entsprechenden Ausrichtung von Reifengroß- und auch Reifeneinzelhändlern im Wiederverkaufsgeschäft nun erst geschaffen, so wie er heute ist? Oder sind die großen Logistikkonzerne dabei lediglich einem Markt gefolgt, dessen neues Geschäftsmodell auf die Dienstleistungen der Paketversender ohne Wenn und Aber angewiesen ist? Fakt ist, und das ist hier entscheidend für unsere Überlegungen: Etliche Großhändler und zahllose Reifeneinzelhändler nutzen heute die Dienste von DPD und GLS und könnten ihr Geschäft eben ohne diese beiden Systemlogistiker nicht betreiben; sie leben eine symbiotische Beziehung.

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Kategorie: Markt, Werkstatt

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