24 Stunden Wahnsinn – Branche blickt auf den Nürburgring

Mittwoch, 24. Mai 2017 | 0 Kommentare
 
Ab Sonnabendnachmittag ziehen wieder 160 Motorsportteams 24 Stunden lang ihre Runden um den Nürburgring beim wahrscheinlich härtesten Rennen der Welt
Ab Sonnabendnachmittag ziehen wieder 160 Motorsportteams 24 Stunden lang ihre Runden um den Nürburgring beim wahrscheinlich härtesten Rennen der Welt

Viele Motorsportbegeisterte und auch viele in der Reifenbranche haben bereits seit Langem auf den heutigen Tag hingefiebert: Am Nürburgring beginnt das diesjährige 24-Stunden-Rennen. Bevor sich am Sonnabend um 15:30 Uhr die rund 160 Teams auf ihre erste 25,378 Kilometer lange Runde rund um die Nordschleife samt Grand-Prix-Strecke machen, findet heute als Einstimmung auf ein langes Rennwochenende der „Adenauer Racing Day“ statt – ein stimmungsvoller und überaus beliebter Prolog mitten auf der Hauptstraße in Adenau. Die Piloten, die ab morgen beim ersten freien Training auf der Nordschleife dann zu den Hauptdarstellern des 24-Stunden-Rennens werden, gibt es dort für die Fans ganz nah zu erleben. Dies ist auch für zahlreiche Unternehmen aus der Reifen- und Räderbranche der erste Moment, sich dem breiten Publikum entsprechend zu präsentieren. Der Rennklassiker wird auch dieses Jahr wieder von etlichen Reifenherstellern dazu genutzt, um ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen und ihre Marke einem interessierten Publikum nahezubringen; die Veranstalter rechnen wieder mit rund 250.000 Besuchern. Gerade die großen Motorsportmarken unter den Reifenherstellern sind dieses Jahr wieder samt und sonders beim 24-Stunden-Rennen vertreten, darunter etwa Falken Tyres Europe als einer der Hauptsponsoren, Dunlop, Giti Tire, Pirelli, aber auch Räderhersteller Ronal in der „Grünen Hölle“ mit von der Partie.

Info Button_15px Alle Ergebnisse und News rund um das 24-Stunden-Rennen bieten die Veranstalter auf www.24h-rennen.de.

Falken Tyre Europe setzt in diesem Jahr erstmals zwei GT-Fahrzeuge verschiedener Hersteller ein und hofft damit ganz oben aufs Siegertreppchen zu kommen

Falken Tyre Europe setzt in diesem Jahr erstmals zwei GT-Fahrzeuge verschiedener Hersteller ein und hofft damit ganz oben aufs Siegertreppchen zu kommen

Falken Tyre Europe ist auch in diesem Jahr einer der Hauptsponsoren der „ADAC Zurich 24h“, wie das Rennen mittlerweile offiziell firmiert. Bereits seit 1999 ist Falken Partner der Veranstaltung und hat sein Engagement seitdem konsequent ausgebaut, sowohl auf als auch neben der Rennstrecke. In diesem Jahr kommt es zu einem hauseigenen Duell, da die Marke des japanischen Sumitomo-Rubber-Industrie-Konzerns erstmalig mit zwei Rennfahrzeugen an den Start geht: dem schon fast legendären Porsche 911 (991) GT3 R und dem neuen BMW M6 GT3. Es ist das erste Mal überhaupt, dass ein Team zwei aktuelle GT-Fahrzeuge unterschiedlicher Hersteller einsetzt. Die beiden Sportwagen-Ikonen sind dabei auf nahezu identischen 18 Zoll großen Reifen unterwegs, was die breite Performance der Produkte untermauert, wie der Hersteller findet, der in diesem Jahr auf den ersten Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen hofft.

Motorsport ist aber nicht nur Sport, sondern auch Begegnung zwischen Menschen. „Neben der umfangreichen medialen Verlängerung unserer komplexesten Sponsoring-Plattform legen wir auch einen Fokus auf die Begegnungskommunikation mit unseren Fans und Handelspartnern. Wir haben circa 400 Reifenhändler aus allen europäischen Märkten eingeladen und ein umfangreiches Programm mit mehreren Hospitality-Bereichen, Abendveranstaltungen, Taxi- und Rundfahrten, Produktpräsentationen und exklusiven Erlebnissen zusammengestellt“, erläutert Stephan Cimbal, Head of Marketing Europe bei Falken Tyre. „Diese 360-Grad-Aktivierung funktioniert mittlerweile ganzjährig und wir spielen das Thema in unterschiedlichsten Facetten vom lokalen Gewinnspiel im Handel bis hin zum europaweiten TV-Spot.“

Dunlop bringt in diesem Jahr immerhin 4.000 Reifen mit zum 24-Stunden-Rennen und außerdem mit einem umfangreichen Rennsportservice vor Ort

Dunlop bringt in diesem Jahr immerhin 4.000 Reifen mit zum 24-Stunden-Rennen und außerdem mit einem umfangreichen Rennsportservice vor Ort

Auch für Dunlop ist das „härtesten Rennen der Welt“ einer der Saisonhöhepunkte, rüstet die motorsportnahe Marke doch traditionell zahlreiche Profiteams und ambitionierte Privatiers aus. Dabei gibt es in Bezug auf die Reifen – Dunlop bringt immerhin über 4.000 Stück davon mit 17 Service-Trucks mit an den Nürburgring – in diesem Jahr erstmals eine Besonderheit. „In diesem Jahr ist laut Reglement in der FIA-GT3-Klasse der Einsatz von Entwicklungsreifen nicht mehr erlaubt. Es dürfen nur noch Reifen gefahren werden, die sich jedes Team kaufen kann“, so Alexander Kühn, Produktmanager Dunlop Motorsport EMEA. „Deshalb haben wir bei den Wintertests im Süden Europas und den ersten VLN-Rennen unser Produktangebot für die Nordschleife entsprechend überarbeitet und neu ausgerichtet.“ Bei der Reifenwahl zählt freilich nicht nur die schnelle Rundenzeit. Insbesondere die Haltbarkeit bei stundenlanger Belastung und die Fähigkeit, ohne zusätzlichen Boxenstopp stets den optimalen Grip zu liefern, spielen für Fahrer und Teams eine entscheidende Rolle.

Dass auch in diesem Jahr mit Dunlop auf Siegertreppchen zu rechnen ist, zeigte sich bereits vor gut vier Wochen beim Qualirennen: „Nach dem Doppelerfolg der Dunlop-bereiften Audi beim 24-Stunden-Qualirennen blicken wir zuversichtlich auf den Saisonhöhepunkt in der Eifel“, so Alexander Kühn. „Aber wir wissen natürlich, dass die Nordschleife jedes Jahr aufs Neue ihre eigenen Gesetze schreibt.“

Und die Belastungen sind für die Reifen mitunter enorm. „In den verschiedenen Streckenabschnitten muss ein GT3-Reifen teilweise Radlasten von 10.000 bis 12.000 Newton aushalten“, sagt Bernd Seehafer, Technischer Projektleiter Dunlop Motorsport EMEA. „Hinzu kommen wechselhafte Wetterbedingungen mit Asphalttemperaturen von etwa zwei Grad bei Nässe bis über 60 Grad in der Mittagssonne. An der Nordschleife herrschen eben besonders anspruchsvolle Bedingungen, für die Dunlop Motorsport ein ganz spezielles Reifenprodukt entwickelt.“ Insbesondere bei wechselhaftem Wetter sei das Know-how und die Erfahrung der Dunlop-Reifenexperten gefragt. Mehr als 50 Reifenmonteure, Ingenieure und Servicepersonal sind von Donnerstag bis Sonntag im Einsatz.

Erstmals in der „Grünen Hölle“ mit von der Partie: Giti Tire – vier erfahrene Piloten, ein Lamborghini Huracán Super Trofeo und extra angefertigte Giti Compete GTR1 in der Größe 330/750-20 sollen das Erfolgsrezept des Reifenherstellers bilden

Erstmals in der „Grünen Hölle“ mit von der Partie: Giti Tire – vier erfahrene Piloten, ein Lamborghini Huracán Super Trofeo und extra angefertigte Giti Compete GTR1 in der Größe 330/750-20 sollen das Erfolgsrezept des Reifenherstellers bilden

Auch und gerade für Giti Tire ist das 24-Stunden-Rennen ein ganz besonderer Termin, tritt der in Singapur beheimatete Hersteller mit Fabriken in China und Indonesien und einer wachsenden Marktbedeutung in Europa doch in diesem Jahr erstmals an. Mit Dörr Motorsport habe der Reifenhersteller, dessen Deutschlandsitz in Hannover ist, „einen optimalen Partner gefunden, der auf eine erfolgreiche Historie am Nürburgring zurückblicken kann“, ist man bei Giti Tire überzeugt. Dörr Motorsport hat einen Namen auf dem Nürburgring und kann beim 24-Stunden-Rennen auf diverse Klassensiege und einen Streckenrekord zurückblicken. Vier erfahrene Piloten, ein Lamborghini Huracán Super Trofeo und extra angefertigte Giti Compete GTR1 in der Größe 330/750-20 sollen das Erfolgsrezept bilden. Das 24-Stunden-Rennen in der Eifel sei „ein Rennen der Rekorde und somit die perfekte Bühne für die große Premiere von Giti Tire im deutschsprachigen Motorsport“.

„Die Technologie ist die Kernkompetenz von Giti Tire, welche sich in der Unternehmensdynamik als auch im Motorsport widerspiegelt“, so Tobias Stöckmann, Motorsport Director Europe von Giti Tire. „Aus Leidenschaft zu Innovationen und Technologien, arbeiten wir stetig daran, unsere Reifen für unsere Kunden noch sicherer zu machen.“ Wer also in Zukunft einen neuen Giti Sport S1 sein Eigen nennen will, könne sich sicher sein, dass die Erfahrungen des diesjährigen 24-Stunden-Rennen mit einfließen werden.

Aber auch die Ronal Group will zusammen mit ihrem Partner Pirelli beim 45. Rennklassiker in der Eifel Gas geben und gehen gleichzeitig mit drei BMW-GT-Motorsportwagen (zwei M4, ein M2) an den Start. Die Ronal Group wirkt mit ihren Felgen bereits seit 1986 am 24-Stunden-Rennen mit. Nachdem im vergangenen Jahr eine im Flowforming-Verfahren hergestellte, gewichtsoptimierte Speedline-Corse-Felge in 10×18 Zoll zum Einsatz kam, sei für das Rennen in diesem Jahr „eine attraktive, eigens angefertigte Motorsportfelge entwickelt“ worden. „Sie ist mit 11×18 Zoll nicht nur größer, sondern auch deutlich leichter als diejenige aus dem Vorjahr. Die einteilige geschmiedete Felge hat 2017 die Siegerfarbe Gold“, so der Räderhersteller. Zusammen mit dem Rennstall Team Schirmer und Pirelli will die Ronal Group im Fahrerlager an einem eigenen Stand nicht nur ihre Produkte präsentieren, sondern durch besondere Aktionen und Attraktionen „auch neben der Rennstrecke“ für Aufmerksamkeit sorgen.

Pirelli rüstet neben dem Team Schirmer noch weitere Teams für das 24-Stunden-Rennen mit seinen P-Zero-Reifen aus. Michael Blaufuss, Rennsport-Manager Pirelli, dazu: „Die ausgewogene Fahrbarkeit sowie die Zuverlässigkeit unserer Reifen ermöglichen den Fahrern eine ideale Performance auf ihren Stints.“ Neben dem Hauptrennen wird es noch etliche Highlights auf und neben der Rennstrecke geben. Die FIA Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC geht gemeinsam mit dem Tourenwagen-Europacup ETCC auf die Strecke. Aber auch das „ADAC 24h-Classic“ und der Audi Sport TT Cup werden den Fans bei der großen Motorsportparty am Ring beste Unterhaltung bieten. ab

 

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Kategorie: Markt, Motorsport

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