Sachsens Innenminister Markus Ulbig informierte sich über Reifenrunderneuerung bei Vulco in Burkau

Mittwoch, 12. Oktober 2016 | 0 Kommentare
 
Hans-Jürgen Drechsler (BRV) und Peter Grüger (Geschäftsführer der Dresdner Reifenzentrale GmbH und ihrer Tochtergesellschaft Vulco) beim Besuch mit Staatsminister Markus Ulbig (CDU) bei Vulco in Burkau (von links)
Hans-Jürgen Drechsler (BRV) und Peter Grüger (Geschäftsführer der Dresdner Reifenzentrale GmbH und ihrer Tochtergesellschaft Vulco) beim Besuch mit Staatsminister Markus Ulbig (CDU) bei Vulco in Burkau (von links)

Markus Ulbig (CDU), Staatsminister des Innern des Bundeslandes Sachsen, informierte sich bei der Vulco Dresden GmbH am Standort Burkau über die Fertigung runderneuerter Lkw-Reifen und die aktuell wachsenden Sorgen und Nöte der Runderneuerungsbranche in Deutschland. Begleitet wurde er dabei von Peter Grüger, Geschäftsführer der Dresdner Reifenzentrale GmbH und ihrer Tochtergesellschaft Vulco, und Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV).

Bei seinem Besuch in Burkau machte sich der CDU-Politiker unter fachkundiger Führung von Vulco-Produktionsleiter Tino Heusinger ein Bild davon, wie auf Basis des Unterbaus eines abgefahrenen Lkw-Reifens mittels der sogenannten Kalterneuerung ein neuwertiger, runderneuerter Pneu entsteht. Rund 7.500 runderneuerte Lkw-Reifen stellt das Dresdener Unternehmen in diesem Verfahren jährlich her. „Im Vergleich zur Produktion eines Lkw-Neureifens spart die Runderneuerung etwa 57 Liter Erdöl pro Reifen ein und die CO2-Emission wird um 67 Kilogramm pro Reifen gesenkt. Der Umweltbeitrag der Vulco bestand somit allein im letzten Jahr aus 427.500 Litern Erdöl- und über 500 Tonnen CO2-Einsparung“, erläutert Peter Grüger. Doch trotz hochwertiger Qualitätsprodukte „made in Germany“ und einem beachtenswerten Umwelt-Beitrag seines Unternehmens macht dem Vulco-Chef die sinkende Auftragslage Sorgen, zumal 2016 zirka 170.000 Euro in die Anlage investiert wurden, um die zehn Arbeitsplätze für die kommenden Jahre zu sichern. Und nicht nur ihm: „Die ganze, überwiegend mittelständisch strukturierte Lkw-Reifenrunderneuerungsbranche sieht sich mittlerweile in ihrer Existenz bedroht; nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa“, warnt BRV-Geschäftsführer Hans-Jürgen Drechsler. „Die Verdrängung durch Niedrigpreisimporte schreitet dynamisch voran, gleichzeitig lässt die deutliche Einschränkung der Fördermöglichkeiten nach De-minimis die Nachfrage nach runderneuerten Reifen zugunsten von Neureifen seit Jahresbeginn weiter deutlich sinken“, beschreibt Drechsler die Zwickmühle, in der sich neben Verbandsmitglied Vulco auch die restlichen mittelständischen Reifenrunderneuerer in Deutschland – darunter fünf weitere in Sachsen – befinden.

Abhilfe würden einerseits Beschränkungen der Billigimporte auf europäischer Ebene und andererseits die Wiederaufnahme runderneuerter Lkw-Reifen in das nationale Förderprogramm bringen. Für Letzteres gibt es bereits eine vom Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) vorgeschlagene Ergänzung des Bundesfernstraßenmautgesetzes im Rahmen der ohnehin anstehenden Änderung dieser Rechtsnorm. Der Reifenfachverband unterstützt diesen Vorschlag und hofft dabei auf politische Rückendeckung vor allem durch Bundestagsabgeordnete, die sich – wie Sachsens Landesinnenminister Ulbig – durch Gespräche mit den Reifenrunderneuerern vor Ort persönlich ein Bild von deren Lage gemacht haben. Der prekären Lage einer Mittelstandsbranche, die deutschlandweit (noch) rund 1.800 Mitarbeiter beschäftigt. cs

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Kategorie: Markt

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