Mehr als 6.000 Michelin-Reifen für Le Mans

Mittwoch, 15. Juni 2016 | 0 Kommentare
 
Das Regelwerk schränkt die Anzahl Reifen pro Fahrzeug ein
Das Regelwerk schränkt die Anzahl Reifen pro Fahrzeug ein

Michelin bringt mehr als 6.000 Reifen zum 24-Stunden-Rennen mit nach Le Mans am kommenden Wochenende. 35 bis 40 Prozent davon sind Regenspezialisten, inklusive des offiziellen Vortests werden rund 2.500 Pneus zum Einsatz kommen. Im Fahrerlager steht ein eigenes Zelt mit 800 Quadratmetern Grundfläche als Reifenlager bereit, während 50 Mechaniker in einem zweiten 800-Quadratmeter-Zelt im Schichtbetrieb für die Montage und Demontage sorgen. 25 Techniker halten den Kontakt zu den Partnerteams von Michelin, 15 Reifeningenieure stehen für die Analyse der Pneus und ihrer Performance zur Verfügung. Insgesamt schickt die Premiummarke hundert Teammitglieder zum „Circuit des 24 heures“.

In der LMP1-Topkategorie können die Teams zwischen drei profillosen Slick-Typen mit präzise definierten Arbeitsfenstern, einem „Hybrid“-Intermediate sowie den beiden Regenexperten „Wet“ und „Full Wet“ wählen – letzterer evakuiert bei starken Niederschlägen, wenn viel Wasser auf der Strecke steht, bis zu 120 Liter pro Sekunde. Als Slicks stehen zwei weichere „Soft“-Laufflächenmischungen für Asphalttemperaturen unter 15 Grad Celsius („Soft Cold Weather“) beziehungsweise für Werte zwischen 15 und 30 Grad („Soft Warm Weather“) zur Wahl. Wärmt sich der Teer bei sommerlichem Sonnenschein auf mehr als 35 Grad Celsius auf, kommt die „Soft Hot Weather“-Mischung in Betracht. Der 2012 von den Franzosen eingeführte „Hybrid“-Reifen übernimmt als Spezialist für gemischte Bedingungen und abtrocknende Straße die Aufgaben eines typischen „Intermediate“-Pneus, wie ein Slick kommt er aber dank seiner besonderen Konstruktion und einer sehr weichen Laufflächenmischung ohne ein Negativprofil aus.

In der LMP2 dürfen die Teams je nach Temperatur auf drei verschiedene Medium-Slicks für kaltes, warmes und heißes Wetter im 18-Zoll-Format sowie auf Slick-Intermediate- und Regenreifen zurückgreifen. In den beiden LMGTE-Klassen verrichten auch 18-Zöller Dienst. Fahrzeuge der LMGTE-Pro-Kategorie können ebenfalls zwischen drei Slicks („cold“, „warm“ und „hot“) sowie zwei Regenreifen („Wet“ und „Full Wet“) wählen. In der LMGTE-Am kommen jene Pneus zum Einsatz, die Michelin 2015 für die Fahrzeuge der LMGTE-Pro entwickelt hat.

Gemäß Reglement dürfen die LMP1-Teams während des Rennens pro Fahrzeug maximal zwölf Reifensätze verwenden. Hinzu kommen 28 Pneus für die Trainingssitzungen, Qualifying und Warm-up sowie vier zusätzliche Exemplare, die im Laufe der Rennwoche zum Beispiel im Falle eines Reifenschadens eingesetzt werden dürfen. In der LMP2, der LMGTE-Pro sowie der LMGTE-Am stehen während des Rennens pro Auto höchstens 16 Reifensätze zur Verfügung.
Einige Hintergrundfakten: Ein LMP1-Hinterreifen bringt ohne Felge im Durchschnitt zwölf Kilogramm auf die Waage, ein Regenreifen rund zwei Kilogramm mehr. Die Fertigung eines Pneus dauert circa 30 Minuten. Das Rezept zur Herstellung umfasst 200 Zutaten, zum Beispiel natürlicher und synthetischer Kautschuk, Textilfasern wie Nylon und Polyester, Harz, Schwefel, Wachs und vieles mehr. dv

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Kategorie: Motorsport

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