„Pannenpräventions-Service“: ADAC TruckService will auch Reifenschäden den Garaus machen

Montag, 7. März 2016 | 0 Kommentare
 
Christoph Walter, Geschäftsführer beim ADAC TruckService
Christoph Walter, Geschäftsführer beim ADAC TruckService

Ob Reifen, Bremsen oder Kühlaggregat – Sensoren registrieren zwar (fast) alles, was in Lkw oder Trailer geschieht, diese technischen Daten werden jedoch meist erst dann analysiert und genutzt, wenn ein Nutzfahrzeug zur Inspektion ansteht. Der ADAC TruckService will früher ansetzen und Pannen künftig verhindern. „Wir bringen unseren Kunden Mobilität. Unser Ziel lautet: Nie wieder Panne“, sagt Christoph Walter, Geschäftsführer beim ADAC TruckService.

Dazu entwickelt der TruckService ein markenübergreifendes Pannenpräventions-System, das die Fahrzeugdaten aller Telematiksysteme in Echtzeit verarbeiten kann. Die „Vitalwerte“ der angebundenen Komponenten werden zunächst auf eine neutrale Plattform übertragen und dort geprüft. Auf der Basis herstellerindividuell unterschiedlicher Vorgaben und Grenzwerte erhält der Flottenbetreiber konkrete Handlungsempfehlungen nach dem Ampelsystem, sobald ein Wert überschritten wird. „Grün“ bedeutet, dass ein Problem selbst oder beim nächsten Werkstattbesuch behoben werden sollte. „Gelb“ sagt, dass das Fahrzeug innerhalb einer bestimmten Frist in die Werkstatt muss. Damit keine Zeit verloren geht, organisiert der TruckService einen Werkstatttermin entlang der Route. Rot bedeutet dagegen Gefahr. Das Fahrzeug darf in diesem Fall nicht mehr weiterfahren und ein mobiler Einsatz wird automatisch gestartet, bevor es zur Panne kommt.

Weicht zum Beispiel der Reifendruck mehr als 1 bar vom definierten Standardwert ab, erhält der Transportunternehmer in Echtzeit die Empfehlung die nächstgelegene Tankstelle oder Werkstatt anzufahren und den Reifen zu kontrollieren. Übersteigt dagegen die Druckabweichung einen vordefinierten kritischen Wert, wird automatisch ein Serviceeinsatz ausgelöst.

Der Vorteil der Trailer-Ferndiagnose liegt vor allem in einer höheren Produktivität durch weniger Ausfälle sowie niedrigeren Verschleiß- und Instandhaltungskosten. Hinzu kommen rund 25 Prozent kürzere Reparaturzeiten infolge der besseren Information der Werkstätten. „Transportunternehmen sparen mit der neuen Pannenprävention mindestens 500 Euro pro Trailer pro Jahr. Wir gehen deshalb davon aus, dass dieser Service Telematik noch attraktiver macht und den Systemen einen kräftigen Schub geben wird“, ist Walter überzeugt.

Die intelligente Pannenprävention soll zunächst für die Analyse von EBS-Systemen, Reifen und Kühlaggregaten angeboten werden. Sie eignet sich besonders für Nutzfahrzeugflotten mit mehr als 50 Fahrzeugen mit Trailertelematik sowie für Telematik-, Komponenten- und Trailerhersteller, die ihre Telematiksysteme um eine Pannenpräventation erweitern möchten. Der Service ist markenunabhängig und kann von allen gängigen Telematiksystemen genutzt werden.

Eine Testphase ist für Mai bis Juli vorgesehen. Der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll das Pannenpräventions-System zum ersten Mal auf der IAA Nutzfahrzeuge, die vom 22. bis 29. September 2016 in Hannover stattfindet. dv

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Kategorie: Markt

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