Alles bleibt anders – Das war 2015

Mittwoch, 23. Dezember 2015 | 0 Kommentare
 
 
 

Nicht Fisch und nicht Fleisch, nichts Halbes und nichts Ganzes – so oder zumindest so ähnlich lässt sich das Jahr aus Sicht der Reifenbranche wohl am besten zusammenfassen. Mit großen Hoffnungen auf eine Besserung der Marktnachfrage gestartet, sorgte das Sommerreifengeschäft schnell für Ernüchterung, während sich andererseits die Wintersaison doch ganz Erfolg versprechend angelassen hat. Ansonsten ist das Jahr doch mehr oder weniger vor sich hingeplätschert. Doch selbst wenn es keinen „ganz großen Knall“ gegeben hat, so heißt dies andererseits jedoch nicht, dass uns mit Blick auf 2015 die eine oder andere Besonderheit im Gedächtnis haften bleiben wird.

Dazu lässt sich ohne Frage zählen, dass immer mehr Hersteller, die bisher Ganzjahresreifen gemieden haben wie der Teufel das Weihwasser, der offenbar bestehenden Nachfrage vonseiten der Verbraucher Rechnung tragen mit entsprechenden Modellen auf den Markt drängen, allen voran Pirelli mit dem „Cinturato All Season“, Michelin mit dem „Cross Climate“ oder Nokian mit dem „Weatherproof“. Abgesehen davon haben dieses Jahr vor allem auch viele Marken aus der sogenannten „zweiten Reihe“ hinter den ganz Großen der Branche von sich reden gemacht, ob sie nun Nexen, Kumho oder Apollo Tyres heißen. Wobei insbesondere letzterer Hersteller mit der Reifencom-Übernahme bzw. dem Ausbau eines eigenen Händlernetzes aufhorchen lässt.

Ansonsten ist manches geblieben wie immer: Handelskooperationen wie Point S und Team sehen sich auf dem Erfolgsweg, und doch schlüpfen immer mehr ehemals freie (Groß-)Händler unter das Dach der Industrie. Anderes hat sich verändert, wie man es sich bis vor Kurzem noch gar nicht hat vorstellen können: So ist die italienische Marke Pirelli mit der von ihr verfolgten „Premiumstrategie“ dank Übernahme durch ChemChina inzwischen chinesisch, selbst wenn man das im Konzern selbst (noch?) anders sieht. Apropos China: Steigende Importe vergleichsweise billiger Lkw-Reifen aus dem Reich der Mitte machen der hiesigen Runderneuerungsbranche das Leben zunehmend schwerer. Ist das der Anfang vom Ende so wie runderneuerte Pkw-Reifen mittlerweile kaum noch von Bedeutung sind im deutschen Markt?

Man wird sehen, ebenso wie zu hoffen ist, dass der Reifenfachhandel wie vom Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk e.V. (BRV) schon des Öfteren angemahnt sich fit macht für die Zukunft und die sicher nicht weniger werdenden Herausforderungen für die Branche. Sei es nun durch Dinge auf der technischen Seite, zu denen etwa eine weiter steigende Durchdringung des Marktes mit Reifendruckkontrollsystemen (RDKS) oder UHP-/Runflat-Reifen gehört, oder im Hinblick auf den sicher weiter zunehmenden Wettbewerb mit konkurrierenden Vertriebskanälen (Online, Autohäuser/Kfz-Werkstätten). Es bleibt spannend. christian.marx@reifenpresse.de

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Kategorie: EDV & Online, Markt, Produkte, Runderneuerung, Werkstatt

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