BRV-Stellungnahme: Lkw-Reifenrunderneuerer „werden sich behaupten“

Montag, 27. April 2015 | 0 Kommentare
 
BRV-Geschäftsführer Drechsler bezieht Stellung zur aktuellen „Frage des Monats“ der NEUE REIFENZEITUNG nach der Zukunft der Lkw-Reifenrunderneuerer in Europa und in Deutschland: „Werden alles zur diesbezüglichen Unterstützung unsere Mitgliedsbetriebe  tun“
BRV-Geschäftsführer Drechsler bezieht Stellung zur aktuellen „Frage des Monats“ der NEUE REIFENZEITUNG nach der Zukunft der Lkw-Reifenrunderneuerer in Europa und in Deutschland: „Werden alles zur diesbezüglichen Unterstützung unsere Mitgliedsbetriebe tun“

Auf unsere aktuelle „Frage des Monats“ (hier geht’s zur Abstimmung) nach der Zukunft der Lkw-Reifenrunderneuerer in Europa und in Deutschland erreichte die Redaktion der NEUE REIFENZEITUNG eine Stellungnahme des Bundesverbands Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV). Darin betont der Verbandsgeschäftsführer Hans-Jürgen Drechsler, dass „sich die vom BRV vertretenen freien und unabhängigen Runderneuerer in Deutschland und Europa über die Qualität der Produkte und insbesondere durch ihre Flexibilität gegenüber den Kunden – wie in der Vergangenheit deutlich unter Beweis gestellt – behaupten werden“. Anhand der BRV-Marktzahlen zum Lkw-Reifenersatzgeschäft ließen sich „relevante Marktanteilsgewinne für die Heißerneuerten, hier insbesondere die der Runderneuerer, die zur Reifenindustrie gehören“, also „definitiv nicht belegen“. Hier die Stellungnahme von Hans-Jürgen Drechsler im Wortlaut:

„Richtig ist, dass die gesamte Runderneuerungsbranche in Europa und hier die in Deutschland – sowohl unabhängige Runderneuerer als auch Runderneuerer, die zur Reifenindustrie gehören, – den Auswirkungen einer anhaltend angespannten Marktsituation unterliegen. Deshalb aber schon die Zukunft der Runderneuerer, hier insbesondere die der unabhängigen Runderneuerer (kleine und mittelständische Runderneuerer – vornehmlich Kalterneuerer), grundsätzlich in Frage zu stellen, halten wir für genauso falsch wie die Annahme von gleichzeitig relevant ansteigenden Marktanteilen der Runderneuerer, die zur Neureifenindustrie gehören.

Die Marktdaten zum Lkw-Reifenersatzgeschäft in Deutschland der letzten fünf Jahre (2010 bis 2014) belegen auf der einen Seite die bereits erwähnte anhaltend angespannten Marktsituation, d.h. das Gesamtmarktvolumen ist in diesem Zeitraum um zehn Prozent gesunken (von 3,02 auf 2,70 Millionen Stück) und dabei das der Neureifen um neun Prozent (von 1,92 auf 1,75 Millionen Stück) und das der Runderneuerungen (insgesamt) um 14 Prozent (von 1,10 auf 0,95 Millionen Stück).

Betrachtet man in diesem Rahmen das Verhältnis von Heiß- zu Kalterneuerungen, so kann man feststellen, dass der Anteil Heißerneuerter im betrachteten Zeitraum um 0,6 Prozentpunkte (von 38,6 auf 39,2 Prozent) punktuell gestiegen ist und der der Kalterneuerten um analoge punktuelle 0,6 Prozentpunkte (von 61,4 auf 60,8 Prozent) gefallen ist. Das widerspiegelt sich selbstverständlich auch in der entsprechenden Stückzahlentwicklung. Relevante Marktanteilsgewinne für die Heißerneuerten, hier insbesondere die der Runderneuerer, die zur Reifenindustrie gehören, lassen sich also definitiv nicht belegen, trotz zum Teil deutlichem Ausbau der entsprechenden Kapazitäten durch die Reifenindustrie.

Insofern gehen wir unter Berücksichtigung der dargestellten Marktentwicklung davon aus, dass die gesamte Runderneuerungsbranche in Deutschland, aber auch in Europa, unter deutlichem Druck steht. Das schließt nicht aus, dass die unabhängigen Runderneuerer (kleine und mittelständische Runderneuerer – vornehmlich Kalterneuerer) dabei einer Art Doppelbelastung ausgesetzt sind: Auf der einen Seite durch die verstärkten Aktivitäten (Kapazitäten) der Neureifenhersteller in der Runderneuerung, die dem Markt damit zusätzlich Qualitätskarkassen für die eigene Runderneuerung entziehen, und auf der anderen durch die verstärkten Aktivitäten insbesondere von chinesischen Billig-Lkw-Reifen über die Preise. Die Rede ist hier von tatsächlichen Billigreifen meist minderer – nicht runderneuerungsfähiger – Qualität, die allerdings wiederum der gesamten Runderneuerungsbranche zusetzen.

Trotzdem bleiben wir grundsätzlich dabei, dass sich die vom BRV vertretenen freien und unabhängigen Runderneuerer in Deutschland und Europa über die Qualität der Produkte und insbesondere durch ihre Flexibilität gegenüber den Kunden – wie in der Vergangenheit deutlich unter Beweis gestellt – behaupten werden. Gegebenenfalls notwendige Kapazitätsanpassungen an das reale Marktvolumen schließt das nicht aus.

Der BRV prüft derzeit im Rahmen des europäischen Runderneuerungsverbandes BIPAVER auf europäischer Ebene die Möglichkeiten, gegen die genannten Billigreifen aus China, meist minderer – nicht runderneuerungsfähiger – Qualität, vorgehen zu können und auf nationaler Ebene – gemeinsam mit dem WdK –, inwieweit in Deutschland Möglichkeiten bestehen, runderneuerte Lkw-Reifen im Sinne von Ressourcenschonung und damit insbesondere auch der Abfallvermeidung (im Gegensatz zu den chinesischen, nicht runderneuerungsfähigen Reifen) zu fördern.

Darüber hinaus findet in Kürze ein BRV-Brainstorming mit Runderneuerern und Materiallieferanten statt, in dem die aktuelle problematische Situation am Markt noch einmal analysiert und insbesondere gemeinsame Festlegungen zu konkreten kurzfristigen Maßnahmen zur Förderung der Runderneuerung getroffen werden sollen.

Wir beantworten also die Frage des Monats der NEUE REIFENZEITUNG mit einem eindeutigen ‚Ja’ und werden alles zur diesbezüglichen Unterstützung unsere Mitgliedsbetriebe dafür tun.“

Wenn Sie zu diesem Thema ebenfalls eine Stellungnahme oder einen Kommentar haben – wenn gewünscht, auch ohne Namensnennung –, dann schreiben Sie der Redaktion der NEUE REIFENZEITUNG einfach eine E-Mail an arno.borchers@reifenpresse.de oder hinterlassen Sie zur aktuellen Frage des Monats einen Kommentar. ab

 

Schlagwörter: , , , ,

Kategorie: Markt, Runderneuerung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *