Conti-Zahlen: Stabilitätsanker Reifen-Division steigert Marge auf 19,4 Prozent

Donnerstag, 5. März 2015 | 0 Kommentare
 
Der Continental-Vorstandsvorsitzende Dr. Elmar Degenhart sowie Finanzvorstand Wolfgang Schäfer präsentierten heute im Rahmen der ersten rein digitalen Jahrespressekonferenz eines DAX-Unternehmens ihre Zahlen, insbesondere die Reifen-Division zeigte sich dabei einmal mehr als Stabilitätsanker des Unternehmens
Der Continental-Vorstandsvorsitzende Dr. Elmar Degenhart sowie Finanzvorstand Wolfgang Schäfer präsentierten heute im Rahmen der ersten rein digitalen Jahrespressekonferenz eines DAX-Unternehmens ihre Zahlen, insbesondere die Reifen-Division zeigte sich dabei einmal mehr als Stabilitätsanker des Unternehmens

Nachdem die Continental Mitte Januar ihre Eckdaten für das vergangene Geschäftsjahr vorgelegt hat, bestätigt der Automobilzulieferer und Reifenhersteller nun mit seinem vorläufigen Konzernabschluss noch einmal die gute Entwicklung 2014. Der Konzern habe demnach „seine Jahresziele erreicht und dabei gleichzeitig einige langfristig gesetzte Vorgaben erfüllt“, wie es dazu in einer Mitteilung heißt. Das Unternehmen hat den avisierten Umsatz in Höhe von 34,5 Milliarden Euro erwirtschaftet und dabei eine bereinigte Marge von 11,3 Prozent erzielt. Weiterhin überdurchschnittlich erfolgreich entwickelte sich dabei die Reifen-Division der Continental AG und fungiert damit weiterhin als großer Stabilitätsanker. Während der Umsatz zwar ‚nur’ um 2,1 Prozent auf 9,78 Milliarden Euro anstieg, konnte der Hersteller den EBIT um 4,4 Prozent auf 1,83 Milliarden Euro (bereinigt: 1,87 Milliarden Euro) steigern. Dadurch ergibt sich für die Reifen-Division eine bereinigte Marge von 19,4 Prozent nach 18,7 Prozent im Vorjahr; konzernweit kam die Continental hier auf 11,3 Prozent. Die Kapitalrendite betrug im Jahr 2014 genau 20 Prozent. Sie stieg damit das fünfte Jahr in Folge. Die Netto-Finanzschulden sanken um weitere knapp 1,5 Milliarden auf rund 2,8 Milliarden Euro. Die Gearing-Ratio betrug am Jahresende 25,6 Prozent.

Für das laufende Geschäftsjahr hat sich Continental ein Umsatzplus von fast neun Prozent auf rund 37,5 Milliarden Euro vorgenommen. Das schließt einen Umsatzbeitrag von mindestens 1,3 Milliarden Euro aus der Erstkonsolidierung der zugekauften Veyance Technologies mit ein. Positive Wechselkurseffekte können aus heutiger Sicht zusätzlich eine Milliarde Euro zum Umsatz beitragen. Die bereinigte EBIT-Marge soll 2015 bei mehr als 10,5 Prozent liegen (2014: 11,3 Prozent). Wachstumsimpulse sollten erneut aus Asien und dabei insbesondere aus China sowie aus Nordamerika kommen. Continental geht für 2015 von einer weltweiten Produktion von Fahrzeugen bis sechs Tonnen Gesamtgewicht von rund 89 Millionen Stück aus.

„Der Start in das Jahr 2015 verläuft erfreulich und bestätigt unsere Erwartungen für das Gesamtjahr“, sagte der Continental-Vorstandsvorsitzende Dr. Elmar Degenhart am Donnerstag bei der Vorstellung der vorläufigen Geschäftszahlen in Hannover. „Wir freuen uns sehr über ein weiteres, ausgesprochen erfolgreiches Geschäftsjahr; wir haben 2014 unsere Ziele erreicht.“

Degenhart erläuterte weiter: „Man darf bei der Einordnung der Ergebnisse nicht vergessen, dass es teils ausgeprägte Wachstumsschwächen in Europa, Russland und Südamerika gab. Hinzu kamen erhebliche Währungskursschwankungen. Zusätzlich hat der ‚grüne Winter’ Ende 2014 das Geschäft mit Winterreifen in Europa negativ beeinflusst. Die Zugpferde für die Umsatzentwicklung waren erneut China und Nordamerika. Insofern ist der erzielte Gewinn nach Steuern von knapp 2,4 Milliarden Euro oder 11,88 Euro pro Aktie beachtlich. Auf dieser Basis wollen wir die Dividende zum dritten Mal in Folge erhöhen und schlagen eine Auszahlung von 3,25 Euro je Aktie vor. Die Ausschüttungsquote beträgt damit 27,4 Prozent und liegt erneut leicht über Vorjahresniveau.“

„Bemerkenswert ist außerdem der starke Free Cashflow von mehr als zwei Milliarden Euro. Damit konnten wir die Netto-Finanzschulden auf den tiefsten Stand seit 2006 drücken. Gleichzeitig haben wir mehr als vier Milliarden Euro in Sachanlagen und Software sowie Forschung und Entwicklung investiert“, sagte Degenhart.

Degenhart skizzierte während des „Continental Webcast: Geschäftsjahr 2014“ – der ersten rein digitalen Jahrespressekonferenz eines DAX-Unternehmens – außerdem die Unternehmensentwicklung bis 2020: „Wir setzen auf den weiter steigenden Bedarf an Mobilität und wachsender Nachfrage unserer Industriekunden. Das Produktionsvolumen von Fahrzeugen bis sechs Tonnen Gesamtgewicht dürfte auf 100 Millionen bis 105 Millionen Fahrzeuge steigen. Zudem wird die Ausstattung mit Elektronik und Software weiterhin sehr stark zunehmen, angetrieben durch wachsende Ansprüche der Endverbraucher sowie zunehmend strengere gesetzliche Vorgaben bei Sicherheit und Energieverbrauch. Unter anderem auf dieser Basis nehmen wir 2020 mehr als 50 Milliarden Euro an profitablem Umsatz ins Visier“, erklärte Degenhart.

EBIT wächst auf 3,3 Milliarden Euro

2014 steigerte der Continental-Konzern seinen Umsatz um 3,5 Prozent auf 34,5 Milliarden Euro. Bereinigt um negativ wirkende Währungskurseffekte in Höhe von rund 470 Millionen Euro sowie Konsolidierungskreisveränderungen ergibt sich ein Anstieg um 4,2 Prozent. Das operative Ergebnis (EBIT) wuchs um 2,5 Prozent auf gut 3,3 Milliarden Euro. Die EBIT-Marge betrug 9,7 Prozent nach 9,8 Prozent im Geschäftsjahr 2013. Das insbesondere um die akquisitionsbedingten Abschreibungen und Sondereffekte bereinigte EBIT stieg um 3,7 Prozent auf knapp 3,9 Milliarden Euro. Die Quote bezogen auf den Umsatz betrug 11,3 Prozent nach 11,2 Prozent im Vorjahr.

Die gesunkenen Netto-Finanzschulden und verbesserte Kredit- und Anleihekonditionen haben sich wie angekündigt deutlich positiv auf das Zinsergebnis des Continental-Konzerns ausgewirkt. „Unser Zinsergebnis hat sich gegenüber 2013 um mehr als eine halbe Milliarde Euro auf minus 265 Millionen Euro verbessert“, sagte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer. „Diese positive Entwicklung ist insbesondere auf die vorzeitige Rückzahlung von vier im Jahr 2010 emittierten Anleihen und deren teilweise Refinanzierung durch deutlich zinsgünstigere Anleihen im Jahr 2013 zurückzuführen. Im laufenden Jahr gehen wir aufgrund der Kaufpreiszahlung für Veyance Technologies von einem negativen Zinsergebnis von rund 300 Millionen Euro aus. Wir planen zudem, einen Free Cashflow vor Akquisitionen von mindestens 1,5 Milliarden Euro zu erreichen“, erklärte Schäfer.

Continental hat 2014 „erneut erhebliche Mittel für Forschung und Entwicklung eingesetzt“: Der Aufwand lag bei mehr als 2,1 Milliarden Euro. Dies entspricht einer Quote von 6,2 Prozent des Umsatzes nach 5,6 Prozent im Vorjahr. Mit gut zwei Milliarden Euro wurden zudem 5,9 Prozent des Umsatzes in Sachanlagen und Software investiert. Auch im laufenden Geschäftsjahr soll die Investitionsquote bei rund sechs Prozent liegen.

Die positive Geschäftsentwicklung zeigt sich auch anhand der wachsenden Zahl der Mitarbeiter: Ende 2014 zählte der Continental-Konzern rund 190.000 Beschäftigte und damit gut 11.000 mehr als noch ein Jahr zuvor. Aktuell beschäftigt das Unternehmen rund 200.000 Menschen. ab

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Kategorie: Markt

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