Umrüstmuffel sind nicht generell haftbar

Dienstag, 17. August 2004 | 0 Kommentare
 
Ein Unfall im Winter muss nicht automatisch eine Mitschuld des Fahrers bedeuten, wenn dieser mit Sommerreifen unterwegs ist
Ein Unfall im Winter muss nicht automatisch eine Mitschuld des Fahrers bedeuten, wenn dieser mit Sommerreifen unterwegs ist

Hartnäckig hält sich das Gerücht in der Branche, dass unabhängig von den näheren Umständen der Vollkasko-Versicherungsschutz erlischt oder wenigstens verringert wird, wenn ein Autofahrer im Winter mit Sommerreifen einen Unfall verursacht. Tatsache ist, es gibt Urteile, bei denen Autofahrern ebendies passiert ist. Das Oberlandesgericht Frankfurt etwa urteilte am 10.

Juli 2003, dass eine Fahrt in den Winterurlaub auf Sommerreifen als „grob fahrlässig“ einzustufen sei – aber eben nur in dem verhandelten Einzelfall und nicht generell. Der Fahrzeughalter hatte zu allem Überfluss auch noch die falschen Schneeketten aufgezogen, so dass er auf der schneebedeckten Hotelausfahrt ins Rutschen geriet und an einer Schneewand entlang schrammte (Az.: 3 U 186/02).

Eine weitere Tatsache ist auch, dass es ein Urteil eines Aachener Amtsrichters gibt, der einem Autofahrer wegen „nicht witterungsbedingter Bereifung“ eine 20-prozentige Mitschuld aufgebürdet hat (Az.: 6 C 220/85). Dieses Urteilt stammt allerdings bereits aus 1986, wird aber dennoch immer überall dort zitiert, wo es darum geht, Stimmung gegen Umrüstmuffel zu machen.

Schlagwörter: ,

Kategorie: Allgemein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Bitte lösen Sie folgende Aufgabe: *